Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges

Wann sind Schäden durch Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges versichert?

Der Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung gehören gemäß § 2 Nr. 1 e) VGB 2010 (1914) zu den versicherten Gefahren in der Wohngebäudeversicherung. Näher definiert ist die Gefahr in den VGB nicht.

Was ist ein Luftfahrzeug?

Das Luftverkehrsgesetzt regelt, was unter einem Luftfahrzeig zu verstehen ist: Flugzeuge, Hubschrauber, Luftschiffe, Segelflugzeuge, Motorsegler, Frei- und Fesselballone, Drachen, Fallschirme, Flugmodelle, Raumfahrzeuge, Raketen und ähnliche Flugkörper.

Was zahlt die Wohngebäudeversicherung in solchen Fällen?

Die Wohngebäudeversicherung zahlt neben direkten Schäden auch Folgeschäden, etwa durch Überflutungen nach einem Staudammbruch infolge eines Jumbo-Jet-Absturzes oder durch Brandgeruch infolge von im Vorgarten verbrannten Kerosin-Tanks.

Versichert sind auch Schäden durch herabfallende Inhalte der Bordtoilette und solche durch abgestürzte Wetterraketen oder Satellitenteile. Nicht abschließend geklärt ist, ob Menschen, die aus einem Flugzeug fallen, zur Ladung zählen. Passagiere, die aus einem Passagierflugzeug fallen, sind wahrscheinlich als dessen Ladung anzusehen. Die Bord-Crew könnte anders eingestuft werden. Urteile der Rechtsprechung zu diesem Detail gibt es aber nicht.

Auch Silvesterraketen sind Luftfahrzeuge

Ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken besagt, dass auch Silvesterraketen als Luftfahrzeug einzustufen sind und Schäden vom Versicherer zu übernehmen sind. Silvesterraketen sind mit einem eigenen Antrieb ausgestattet und können sich aus eigener Kraft in der Atmosphäre bewegen. Anders verhält es sich mit Silvester-Krachern, die durch die Luft geworfen werden.

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